Energie gewinnen durch Hände halten!

Egal, wie aktiv du täglich bist, deine Hände sind ständig in Bewegung. Morgens stellt eine Hand per Knopfdruck deinen Wecker aus, damit du in Ruhe aufstehen kannst. Eine Hand streicht dir liebevoll eine Haarsträhne aus dem Gesicht, damit du wieder klar sehen kannst. Eine Hand umfasst bei der Begrüssung voller Energie eine andere und schafft damit Nähe und Freundschaft. Eine Hand formt voller Lebenslust einen Schneeball und lässt diesen mit Elan durch die Luft fliegen. Eine Hand klebt umsichtig ein buntes Pflaster auf ein aufgeschürftes Knie und heilt damit eine Kinderseele…


«Die Hand ist das äussere Gehirn des Menschen.» Immanuel Kant



In unseren Händen fliesst deutlich spürbar vitale Lebensenergie. Unbewusst nutzen wir die heilsamen Berührungen, indem wir die Hände auf die Stirn legen, um unsere Konzentration zu fördern. Wir streichen mit unseren Händen tröstend über den Rücken eines lieben Menschen, um zu beruhigen.


Im «Jin Shin Jyutsu» oder «Strömen», wie es auch genannt wird, halten die Hände ohne Druck bestimmte Körperstellen und bringen damit die Energie im Körper wieder in den Fluss. «Jin» bedeutet der mitfühlende Mensch. «Shin» bedeutet der Schöpfer. «Jyutsu» bedeutet Kunst. Die Kunst des Jin Shin Jyutsu wurde von Mary Burmeister von Japan in den Westen gebracht. Sie selbst nannte die Methode Energie wieder fliessen zu lassen «Now Know Myself», was so viel heisst, wie «Jetzt erkenne mich selbst».


Als Mentalcaoch fasziniert mich persönlich vor allem folgende Aussage: Das Finger Halten verändert die Gedanken!

In jedem Finger beginnen und enden mehrere Energieströme, die mit dem gesamten übrigen Körper verbunden sind. Jeder Finger steht für eine Einstellung wie beispielsweise Sorge oder Wut, die als blockierende Denkmuster stehen. Indem wir uns diesen Einstellungen zuwenden und den jeweiligen Finger des entsprechenden Denkmusters halten, wird die Blockade des Energieflusses aufgelöst. Die Energie kann wieder frei fliessen.


Die scheinbare Einfachheit fasziniert mich sehr, weshalb ich das Strömen oft anwende und das Finger Halten zu meiner persönlichen Hausapotheke geworden ist.


Die 5 Einstellungen

Daumen – Sorge und Grübeln

Im Jetzt werden Lösungen sichtbar

hilft bei depressiven Verstimmungen


Zeigefinger – Angst

Wieder mit dem Leben im Fluss sein

hilft bei Unsicherheit, Perfektionismus


Mittelfinger – Wut & Ärger

Kreativität lässt sich leichter umsetzen

hilft bei Frustration, Aggressionen


Ringfinger – Trauer & Kummer

Loslassen befreit und harmonisiert

hilft bei Enttäuschung, Schuldgefühlen


Kleiner Finger – bemühen, verstellen

Weckt die Lebensfreude in sich neu

hilft bei Müdigkeit, Überforderung, Stress

Wie funktioniert das Finger Halten


Es ist so einfach! Du umfasst mit der rechten Hand den Daumen und hältst diesen so lange, bis du ein leichtes Pulsieren spürst. Zu Beginn kann es sein, dass dies fast 5 Minuten in Anspruch nimmt. Mit dem täglichen Anwenden ist mir persönlich aufgefallen, dass ich das Pulsieren immer schneller spüre. Dabei ist es wichtig, dass du nicht zu viel Druck ausübst. Es geht darum, die Körperstelle einfach zu halten und seine ganze Aufmerksamkeit und gedankliche Energie auf diese Stelle zu richten. Nachdem alle Finger gehalten werden kannst du die Seite wechseln und die Finger der linken Hand halten.


Halten wir die Handflächen aufeinander, wie dies etwa beim Falten der Hände zu einem Gebet geschieht, harmonisiert uns diese Handhaltung auf allen Ebenen des Seins.


Es fasziniert mich immer wieder, wie wenig Mittel oder Geräte nötig sind, um in das eigene Gleichgewicht zurückzufinden. Eine Hand, die Aufmerksamkeit mir selbst gegenüber und ein bisschen Zeit reichen aus, um meine Energie zu vitalisieren. Mary Burmeister soll immer wieder betont haben, dass alles, was uns harmonisiert und ausgeglichen macht in uns selbst zu finden ist. Nicht immer ist dies einfach zu «be-greifen» und zu «er-fassen», es ist aber einfach aus zu probieren. Ich finde, ein Selbstversuch ist es wert!


Achte heute auf deine Hände und werde dir bewusst, wie viel diese dir zu geben haben!


Quelle: Waltraud Riegger-Krause, Jin Shin Jyutsu – die Kunst der Selbstheilung praktisch nutzen, ISBN 978-3-424-15185-5