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klar, hell, lichtvoll ...

Wenn Licht auf eine Situation fällt, dann wirkt plötzlich alles klar und es fühlt sich so an, als würdest du endlich erwachen...

Auf meinen Spaziergängen durch die Natur beobachte ich immer wieder, wie ein Lichtstrahl den Blick auf die Welt verändern kann. Trübe Gedanken machen den Sonnenstrahlen Platz. Eine Pfütze wird plötzlich zu einer golden reflektierenden Wasseroberfläche. Eine Winterlandschaft im Nebel wirkt dann überraschend märchenhaft und mystisch verzaubert, wenn die Sonne sich zeigt.


LICHT hat einen versöhnlichen Effekt auf den Betrachtenden.


Wenn du dich an Reisen zurück erinnerst, dann wird dir das London im Sonnenlicht sympathischer in Erinnerung bleiben als das London im grauen Non-Stopp-Dauerregen.


Diesen Effekt nutzen wir bei mentalen Techniken. So kannst du dir eine Situation, die dich normalerweise ängstigt, so vorstellen, als wäre diese mit LICHT geflutet. Du wirst emotional sofort spüren, dass die Situation im LICHT weniger bedrohlich wirkt, als ohne LICHT.

Bereits der Gedanke, dass du eine Taschenlampe bei dir oder Zugriff zu einem Lichtschalter hast, beruhigt dein Denken. Wir sprechen dann vom Verändern deiner Reaktion durch Submodalitäten. Helligkeit stellt eine solche Eigenschaft - also eine Submodalität - dar. Jedes Kind hat bereits einmal oder mehrere Male erfahren, dass LICHT für Helligkeit sorgt und die Angst vertreiben kann. Deshalb lässt sich fast jedes Kind trösten, wenn im Zimmer ein NachtLICHT brennt.


Auch beim Nutzen der Vorstellungskraft im Autogenen Training kann LICHT die Bildvorstellungen positiv beeinflussen. So wirkt das Ruhebild, das dich in einen entspannten Zustand bringen soll, intensiver und kraftvoller, sobald du die Sonne darin scheinen lässt. Zudem beeinflusst die Vorstellung von Wärme - welche dein Unterbewusstes automatisch mit LICHT in Zusammenhang bringt - die körperliche und mentale Entspannung positiv.


In einer LICHT-Meditation stellst du dir vor deinem inneren Auge vor, dass sich direkt vor dir eine LICHTsäule befindet, in deren LICHT du dich vertrauensvoll mit einem grossen Schritt begibst. Anschliessend lässt du dich vom LICHT erfüllen, wärmen, schützend umhüllen und schlussendlich entspannen - mit dem Effekt, dass du mental, emotional und sogar körperlich entspannt aus der Meditation in den Jetzt-Moment zurückkommen wirst.


Fazit: In allen Entspannungsmethoden wie dem Mentalen Training, dem Autogenes Training, der Meditation trägt LICHT zur Entspannung und zu einem positiven Wahrnehmen bei.


LICHT ist übrigens nur ein Beispiel von möglichen Submodalitäten/Eigenschaften, die sich bewusst verändern lassen. Unsere gesamte Wahrnehmung kann Erlebtem Eigenschaften zuordnen. Visuell kann sich Erlebtes durch Entfernung (nah/fern), durch Grösse (klein/gross), durch Helligkeit (hell/dunkel), verändern. Ich kann meine Erinnerungen auch in neue Farben eintauchen. Manchmal werden diese dadurch freundlicher. Auditiv kann ein bisschen Vogelgezwitscher das innere Bild vitaler wirken lassen. Mit Vogelgezwitscher verbinden wir Frühling, Natur, Leben. Erlebte Streitigkeiten können durch eine veränderte Lautstärke (still/laut) rückwirkend als "nicht so schlimm" oder "schlimm" bewertet werden und positiver/negativer im Gedächtnis bleiben. Verändern wir den kinästethischen Effekt von Erinnerungen macht es beispielsweise einen Unterschied, ob wir etwas als schwer/leicht oder in uns oder ausserhalb des Körpers empfinden. Ob ich zum Beispiel Angst im Körper eingesperrt empfinde/fühle oder Angst an mir abperlt wie Wassertropfen an der Dusche, beeinflusst meine Bewertung der körperlichen Empfindung und wie ich darauf reagiere.

«Jeder Tag hat sein Licht und seine Schatten. Glücksmomente im Licht sind ein Geschenk.» Unbekannt


Das Wagnis zu verändern, was in deiner Macht/Wahrnehmung liegt


Wenn meine Fotos zu dunkel geraten, dann verändere ich in meinem Bild-Bearbeitungsprogramm die Helligkeit. Wenn die Farben zu fade wirken, dann erhöhe ich einfach die Eigenschaft Lebendigkeit und schwups wirkt der Himmel blauer als die Originalaufnahme. Was wir ohne gross zu überdenken mit unseren geknipsten Bildern tun, können wir auch für die positive Veränderung unserer inneren Bildern nutzen.


«Das bewusste Verändern von Eigenschaften wirkt kraftvoll, weil sich dadurch die emotionale Bedeutung einer Erfahrung verändern kann.» nlp-zentrum-berlin

Ronald Siegel, der Autor des Buches "Achtsamkeit als Weg" meint dazu, dass unser Gehirn seit jeher verschiedene Tendenzen aufweist, die sich bis heute nicht verändert haben... eine davon ist die Tendenz etwas partout als stabil sehen zu wollen, statt anzuerkennen, dass alles veränderlich ist. Das erklärt auch, wieso wir uns so schwer tun unsere Gewohnheiten abzulegen. Selbst dann, wenn wir wissen, dass uns die "alte" Gewohnheit nicht glücklich macht. Mit den Erinnerungen verhält es sich nicht anders. Wenn ich meinen Blick darauf und meine Bewertung dazu ändern darf, dann akzeptiere ich den Fluss des Lebens.


Einige Kursteilnehmer*innen reagieren auf meine Aufforderung die innere Realität positiv zu verändern, vorerst abwehrend mit dem Argument, dass sie sich doch nichts vormachen wollen... und ja, ich verstehe dieses Argument sehr wohl. Allerdings mache ich darauf aufmerksam, dass wir dies sowieso ständig tun. Unsere Erinnerungen sind nicht die Realität - auch wenn wir das gerne glauben. Unser Wahrnehmungsfilter kreieren unsere Realität. Streng genommen verändert jeder Filter, den wir wählen unsere Erinnerung. Wenn schon, dann wähle ich bewusst den LICHT-Filter und mische noch eine Portion LEBENDIGKEIT dazu.


Letztendlich ist wesentlich, dass dich der bewusste Fokus auf die Helligkeit glücklicher stimmt als die Betonung der Schatten.

Ein Veränderungsprozess verändert deine Reaktionsmuster


Diese veränderbaren Eigenschaften unserer Bildvorstellung sind inhaltsunabhängig, bestimmen jedoch in welcher Intensität wir auf eine Erinnerung reagieren. Es geht also darum zu akzeptieren was ist. Und dann die Linse so einzustellen, dass die Einstellung des Blickwinkels einen Lerneffekt ermöglicht. Wenn du in einem Veränderungsprozess die Eigenschaft einer bestimmten Erinnerung auf diese Weise anpasst, hast du die Möglichkeit zukünftig dein Reaktionsmuster auf diese Erinnerung zu verändern.


Wesentlich ist den Fokus bewusst zu wählen und damit zu Akzeptieren, was ist. Zum Beispiel kannst du dich fragen, was du für die Zukunft aus dieser Erfahrung lernen kannst. Bereits eine kleine Veränderung deiner inneren Haltung, ermöglicht einen grossen Lerneffekt.


«Gefühle sind submodal kodiert. Verändern wir bewusst kritische Submodalitäten, kann sich unsere Welt innerlich in jeder Hinsicht verändern.» nlp-zentrum-berlin

Übe dich in der Akzeptanz der Situation

In der folgenden Resilienzübung von Jutta Heller, Autorin und Expertin für Veränderungskompetenz und Resilienz, wirst du in 3 Schritten deine Situation durch die Veränderung von Eigenschaften/Submodalitäten lichtvoller gestalten lernen.


Akzeptieren leicht gemacht

-wähle ein Thema: „Ich akzeptiere die Situation xy... “

1. Nimm wahr, was ist - mit allen Sinnen wahrnehmen

(sehen, hören, fühlen) – wie hast du die Situation in dir abgespeichert, was nimmst du wahr, wenn du daran denkst.

-Aspekte des Sehens: farbig/schwarz-weiss . intensiv/pastell . hell/dunkel . klar/verschwommen . nah/fern . direkt vor dir/re oder li . Foto (starres Bild) / Film (bewegtes Bild)?

Spürst du dich mitten in der Situation oder siehst du das Bild von aussen als Beobachterin?

-Aspekte des Hörens: Stimmen/Geräusche . laut/leise . schrill/voll, harmonisch . kontinuierlich, gleichbleibend/ab und zu . deutlich/undeutlich, verschwommen?

-Aspekte des Fühlens: angespannt/entspannt . ziehen/drücken . von aussen/von innen . flächig/auf einem Punkt? Wo im/am Körper – z.B. auf den Schultern, auf der Brust, im Bauch…

2. entspannt liegend und mit geschlossenen Augen veränderst du diese Wahrnehmung des Sehens, Hörens, Fühlens wie ein*e Regisseur*in einen Film neu filmt. Es entsteht ein neuer Film in deinem Kopf.

-nutze zum Verändern einen Kippschalter (on/off), das Zoom (nah/fern), einen Dimmer (hell/dunkel).

-finde heraus, welche Veränderungen sich gut anfühlen – notiere dir dazu Stichworte. Mach dir die Situation mit den Veränderungen nochmals bewusst.

3. sitzend und wach überlege dir, wann du das nächste Mal wieder mit deinem Thema konfrontiert wirst/in Berührung kommst. Stelle dir vor, wie du neu eingestellt/eingestimmt auf das Thema reagieren wirst.

-Wie fühlt sich die neue Einstellung auf das Thema an? Stimmig? Musst du noch etwas ändern? Wenn ja, was? Willst du die neue Einstellung ausprobieren und dann für dich notieren, was die neue Einstellung Positives bewirkt hat?

-Fazit: Es lassen sich nur die eigenen Einstellungen verändern. Leider nicht diejenigen von anderen Personen. Allerdings kannst du einen Impuls geben, wie etwa „wie wäre es, wenn wir beide unsere Einstellung zum Thema etwas anpassen, damit es zusammen besser klappt?“


«Suche das Licht nicht im Aussen, finde das Licht in dir und lass es aus deinem Herzen strahlen.» Rumi

So bewirkt die mentale Haltung "alles, was ich brauche, finde ich in mir" einen lichtvolleren Umgang mit unserem Sein. Kombiniere ich mit der 8samen Haltung, dass alles im Fluss ist, dann steht dem Gestalten deiner eigenen Realität nichts mehr im Weg.


In diesem Sinne wünsche ich dir lichtvolle Erinnerungen und die Möglichkeit deine Reaktion bewusst zu steuern. Lass dich auf neue Erfahrungen ein und nutze den Spielraum deiner Wahrnehmung.


Danke für deine Aufmerksamkeit beim Lesen des Blogs. Danke für das Ausprobieren der verschiedenen Werkzeuge. Danke für dein Feedback, damit ich mich freuen und wachsen darf.


Quellen:

-Resilienzübung: Jutta Heller, DAS WIRFT MICH NICHT UM - mit Resilienz stark durchs Leben gehen, 2015 Kösel Verlag, ISBN: 978-3-466-34614-1

-Ronald D. Siegel, ACHTSAMKEIT ALS WEG - Wie wir den Unwägbarkeiten des Lebens achtsam begegnen können, 2011 Arbor Verlag, ISBN: 978-3-86781-021-0

-Bilder: aus der eigenen LICHTFotoGalerie

-Zitat 1: google-suche


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